München: Die bayerische Biergartenmetropole
1158 errichtete Heinrich der Löwe nahe der Benediktinerabtei Munichen eine Brücke über die Isar und kassierte eifrig Zölle von den sie überquerenden Kaufleuten. Doch er überwarf sich bald mit dem Kaiser und verlor seine Macht an die Wittelsbacher, die von nun an fast sechs Jahrhunderte lang über Bayern regieren sollten. Die von ihnen geschaffenen Bauwerke prägen noch heute das Stadtbild und tragen entscheidend zur Anziehungskraft der Isarmetropole bei. So versammelte sich um die Jahrhundertwende hier auch die künstlerische Avantgarde. Literaten wie Stefan George und Thomas Mann oder Maler wie Wasily Kandinski, Franz Marc und Paul Klee machten die Stadt zu einem Kulturzentrum ersten Ranges, bis der Erste Weltkrieg ihrem produktiven Schaffen ein jähes Ende bereitete.
Im Dritten Reich erklärten die Nationalsozialisten München zu einem Zentrum ihrer Bewegung, was dazu führte, dass im Zweiten Weltkrieg über die Hälfte aller Gebäude vollständig zerstört wurden. Doch schon in den 50 Jahren folgte mit der Ansiedlung von Unternehmen wie Siemens und BMW ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Heute ist München vor allem in der Kommunikations-und Biotechnologie, aber auch in der Medienbranche sowie im Banken- und Versicherungswesen führend. Dennoch hat die Stadt nichts von ihrer ursprünglichen bayerischen Gemütlichkeit eingebüßt, die derzeit jedes Jahr rund 8 Millionen Übernachtungsgäste und 56 Millionen Tagestouristen an die Ufer der Isar lockt.

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