Marienkapelle
Am unteren Marktplatz von Würzburg beeindruckt die spätgotische Marienkapelle. Begonnen wurde der Bau gegen 1380 und dauerte rund 100 Jahre. Dort, wo sich seit dieser Zeit der Marktplatz befindet, lag zuvor das jüdische Viertel. Die Marienkapelle wurde direkt über einer niedergebrannten Synagoge errichtet.
Dass dieses Gotteshaus als „Marienkapelle" - und nicht als Kirche - bezeichnet wird, hat mit seiner Funktion zu tun: Eine Kapelle hat nämlich keine Pfarrrechte. Die Marienkapelle war bei den wohlhabenden Würzburgern als Begräbnisstätte sehr beliebt. Davon zeugen im Innern noch heute die Grabdenkmäler fränkischer Ritter und Bürger - darunter das Grabmal für Konrad von Schaumburg, das Tilman Riemenschneider gefertigt hat, und das Grab des Baumeisters Balthasar Neumann.
Riemenschneider schuf für das Südportal der Marienkapelle die Figuren von Adam und Eva und für die Pfeiler einen Apostelzyklus. Die Originale befinden sich heute im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg.
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